Geschichten

Die Überschriften der einzelnen Geschichten und Berichte
handeln von Föhr, Amrum und Sylt
Gefunden in alten Büchern und dem Internet: von U. Voigt

Ein Bericht über den Indianersommer an der Nordsee auf Amrum

Der Geizhals Hark Olufs

Die Überfahrt der Zwerge nach Amrum

Woher die Orte ihren Namen haben

Wie ein Dieb ermittelt wird

Ertrunkene gehen wieder und kündigen Ihren Tod an

Der Geizhals Hark Olufs

Hark Olufs, ein Amringer von Geburt,
war auf dem Mittelmeer von Seeräubern gefangengenommen,
in Algier verkauft und kam so als Sklave in die Dienste des Bei Assin von Constantine.
Dem diente er treulich zwölf Jahre,
ward sein Schatzmeister und General und schlug den Bei von Tunis
in einer großen Schlacht.
Da erhielt er endlich Erlaubnis, in seine Heimat zurückzukehren,
und lebte nun den Rest seiner Lebenszeit auf Amrum von seinen Schätzen,
die er aus der Türkei mitgebracht hatte.
Nach seinem Tode aber hatte er im Grabe keine Ruhe,
er wanderte im Sterbekleide auf Hostiän umher,
und lange wagte es keiner, den Geist zu fragen, was ihm fehle.
Endlich unternahm es einer.
Da gab er zur Antwort, er habe in seinen letzten Jahren die meisten seiner Schätze,
die er aus dem Türkenlande mitgebracht, unter der Türschwelle
seines Hauses zu Süddorf begraben,
ohne seinen Erben davon zu sagen.
Das ließe ihm jetzt keine Ruhe.
Als man darauf unter der Türschwelle nachgrub, fand man einen großen Topf,
ganz mit Gold gefüllt.
Der Schatz wurde gehoben und alles unter die Erben verteilt.
Von da an hatte der Geist Ruhe, und man hat ihn nicht wieder gesehen.

zur Übersicht

Die Überfahrt der Zwerge nach Amrum

Einst wurde der Fährmann auf Föhr,
der mit seinem alten Boote die Überfahrt nach Amrum besorgte
und in Utersum ein halbverfallenes Haus besaß,
in einer stürmischen Nacht durch starkes klopfen aus dem Schlafe geweckt.
Als er in die Dunkelheit hinaustrat, konnte er nichts sehen,
aber eine dünne Stimme fragte ihn, ob er einige Fahrgäste
nach Amrum übersetzen wolle.
“Bei diesem Wetter nicht!”
erwiderte der Fährmann, aber die Stimme rief wieder:
“Fahrt nur zu, es soll Euer Schaden nicht sein, und mit uns sinkt das Boot nicht!”
Nach langem Überlegen entschloss sich der Schiffer endlich, die Fahrt zu wagen,
und ging zu dem Anlegeplatz, wo er sein Boot angebunden hatte.
Schon ehe er dort ankam, hörte er ein gedämpftes Stimmengewirr
und dazwischen lautes Poltern im Boote. Als er herangekommen war,
fand er es so voll von kleinen Odderbaanki, dass er selbst kaum noch
Platz finden konnte.
Glücklich brachte er dies erste Ladung nach Amrum,
kehrte zurück, und dann setzte er noch viele Male von den kleinen Gästen über.
Sobald sie die Insel Amrum erreicht hatten,
verließen immer alle ohne ein Wörtchen des Dankes schleunigst da Boot,
auch die letzten, die er übersetzte, verschwanden so.
Missmutig über diesen Undank kehrte der Schiffer heim.
Doch als er zur Tür hineingehen wollte,
stieß sein Fuß gegen einen harten Gegenstand.
Er bückte sich und fand, dass es ein Hut war, mit lauter Goldstücken gefüllt,
die hatten die Zwerge als Lohn für die Überfahrt dort heimlich hineingelegt.
Der Schiffer war nun reich genug für sein Lebtag und konnte
ein sorgenfreies Leben führen.

zur Übersicht

Woher die Orte ihren Namen haben

Als der Flecken Wyk auf Föhr erbaut wurde,
konnten die Leute sich gar nicht darüber einig werde,
welchen Namen der Ort bekommen sollte.
Als man noch so darüber stritt, kam ein Ferkel dahergelaufen,
das fünf Meilen weit von Tondern mit der Flut weggetrieben war.
Es lief mitten unter die Streitenden und schrie mit lauter Stimme:
“Wyk, wyk, wyk!”
Da stimmten alle vergnügt ein und riefen:
“Wyk soll der Ort heißen!”
und so wurde er fortan genannt.

zur Übersicht

Wie ein Dieb ermittelt wird

Zur Zeit eines Krieges hatte ein Schlachter auf Amrum so viel zu tun,
das er den Sohn seines Nachbarn zum Gehilfen annahm.
Allein dieser betrog ihn und stahl ihm mit seiner Mutter Hilfe einige hundert Taler.
Nach einigen Tagen entdeckte der Schlachter seinen Verlust.
Er warf sogleich Verdacht auf seinen Gehilfen und gab ihm solches zu verstehen.
Allein dieser verfluchte sich und beteuerte seine Unschuld bei allem, was heilig ist.
Zu dieser Zeit war in Morsum auf Sylt ein berühmter Hexenmeister,
dem schickte der Schlachter seine Frau hinüber,
und der Hexenmeister traf sogleich seine Anstalten.
Er ließ sich ein Mehlsieb bringen, legte einen Schlüssel und eine Schere hinein
und setzte das Sieb auf ein großes Gefäß voll Wasser.
Darauf sprach er seine Zuberformel und die Schlachterfrau musste die Namen
aller Verdächtigen mehrmals nennen. So oft sie nun die Namen ihrer Nachbarn
nannte, tanzten Schüssel und Schere herum; und als der Hexenmeister
die Frau ins Wasser schauen ließ, sah sie deutlich, wie der Gehilfe ihres Mannes
seiner Mutter das Geld reichte.
Der Hexenmeister konnte das Geld aber nicht zurückliefern,
da die Diebe damit schon über Wasser gereist seien.
Übrigens ist im Hause der diebischen Nachbarn doch kein Segen gewesen,
sondern die Bettüren haben da beständig offen gestanden,
weil immer einer krank gelegen.

zur Übersicht

Ertrunkene gehen wieder und kündigen Ihren Tod an

Die Wiedergänger nennt man auf Sylt Gongers.
Man darf einem Gonger nicht die Hand reichen,
sie verbrennt, wird schwarz und fällt ab.
Wem ein solcher Gonger begegnet, der erschrickt nicht,
sondern wird vielmehr betrübt.
Der Gonger meldet sich aber nicht in der nächsten Blutsverwandtschaft,
sondern im dritten oder vierten Gliede.
In der Abenddämmerung oder bei Nacht lässt er sich sehen in der Kleidung,
in der er ertrunken ist.
Er sieht dann zur Haustür hinein und lehnt sich mit den Armen darauf,
geht auch sonst im Hause herum, verschwindet aber bald und kommt am
folgenden Abend um dieselbe Zeit wieder. Nachts öffnet er,
gewöhnlich in schweren aufgezogenen Stiefeln, die voll Wasser sind,
die Stubentür, löscht mit der Hand das Licht aus und legt sich dem Schlafenden
auf die Decke. Am anderen Morgen findet man einen kleinen Strom
salzigen Wassers in der Stube,
das dem Ertrunkenen von seinen Kleidern abgetröpfelt ist.
Lassen sich die Verwandten durch diese Zeichen noch nicht überreden,
so erscheint der Gonger so lange wieder, bis sie es glauben.

zur Übersicht

Indianersommer an der Nordsee

Amrum blüht im Herbst regelrecht auf:

Norddorf - Amrums eigenwilliger Charakter zeigt sich erst im Herbst so richtig. Wenn es an der Nordsee etwas rauer zugeht und der Westwind immer häufiger Regenwolken über die Insel treibt, lässt sich Amrum intensiver erleben als sonst.

Das Meer riecht noch würziger als im Sommer, die Sonne scheint milder über den Dünen, die unter Naturschutz stehen. Bohlenwege ermöglichen jedoch Spaziergänge zwischen den Sandbergen, die für Amrum so typisch sind. Hinter dem Dünenkamm steht Heidekraut, das auch nach der Hauptsaison noch blüht.

In Nebel, dem schönsten Inselort, färbt sich im "Indianersommer" das Laub der Kastanien. Hier blühen in vielen Vorgärten noch die Rosen und auch Hortensien in Hellblau bis Tiefrosa. Und gerade ein Spaziergang an der ruhigeren, zum Watt hin gelegenen Ostseite der Insel hat im Herbst seine Reize: In den Salzwiesen, die jedes Jahr einige Dutzend Mal vom Meerwasser überspült werden, blühen vereinzelt noch Strandastern, und am Uferrand steht weißgrauer Wermut.

Aufwärmen bei Waffeln und einem "Earl Grey"

Auf den Feldern zwischen Norddorf und Nebel sitzen jetzt dicke Raben. Kiebitze stelzen auf den Weiden, Kaninchen hoppeln ohne Scheu durch das Gras. Beim Blick aufs Watt lassen sich in aller Ruhe Seevögel beobachten. Direkt an der Ostküste ist auch die Stelle, an der im frühen Mittelalter Wikinger eine Befestigung angelegt hatten. Heute steht dort das "Teehaus Burg", in dem sich Inselurlauber nach Spaziergängen aufwärmen können, bei Waffeln und einem "Earl Grey".

Die Inselkirche in Nebel ist schon von weitem zu sehen. Sie ist Sankt Clemens geweiht, dem Schutzpatron der Seefahrer. Der Innenraum ist lang und schmal, enge Bänke reihen sich entlang des Mittelgangs, drei große Kronleuchter hängen von der Decke. Einen Abstecher ist auch der Friedhof wert, auf dem es eine Reihe alter Grabsteine aus dem 17. und 18. Jahrhundert zu sehen gibt - 90 davon stehen unter Denkmalschutz. Eine Reihe wurden vorne neben dem Eingang gruppiert, allesamt ungewöhnliche Exemplare: Handelsfregatten und Dreimaster mit vollen, vom Wind geblähten Segeln sind darauf abgebildet, und neben Geburts- und Sterbedaten findet sich oft auch der Lebenslauf von Amrumer Seefahrern, die in Nebel die letzte Ruhestätte fanden.

Sonnenschein bei Ostwind

Von der Kirche aus ist auch nicht weit zum "Öömrang Hüs", dem Heimatmuseum des Dorfes, das in einem alten reetgedeckten Friesenhaus untergebracht ist. Besucher können einen Blick darauf werfen, wie gut betuchte Inselbewohner früher gelebt haben: Die gute Stube und das Schlafzimmer sind da zu sehen, ebenso die Küche mit Herd.

Ein Wort zum Wetter: Bei Ostwind gibt es auch im Herbst manchmal tagelang nur Sonnenschein. Aber strömender Regen ist an der Küste genauso selbstverständlich. Und für manchen Urlauber hat gerade das seinen Reiz, bei Wind und Wetter mit "Friesennerz" oder Goretex-Jacke am Ufer entlang zu laufen. Wenn der Regen auf die Kapuze trommelt, das Meer so grau ist wie der Himmel und die Wellen schmuddelig an Land klatschen, dann haben Strandläufer die Küste fast ganz für sich.

Ein Gang zum Strand jedenfalls lohnt sich immer. Das ist dem Kniepsand zu verdanken, in früheren Jahrhunderten eine Sandbank, die längst mit der Insel zusammengewachsen ist. Und so erstreckt sich der Strand vor den Dünen jetzt in einer Breite, die Besucher immer wieder staunen lässt. Das Wasser der Nordsee ist im Herbst oft wärmer als die Luft - was die wenigsten Urlauber von einem Strandbummel abhält. Und die Surfer, die den etwas kräftigeren Seegang zum Training unter erschwerten Bedingungen nutzen, stört das schon gar nicht.

zur Übersicht

[Insel Amrum] [Unterkünfte] [Anreise] [Über Amrum] [Links] [Geschichten] [Kerze / Muschel]

Amrum
 Insel in der Nordsee immer eine Urlaubsreise wert
www.Urlaub auf Amrum.de mit Angeboten von Vermietern, Bilder und Links von Amrum
zuletzt geändert am 09 Januar, 2016
© 2001 Moritzen

|Impressum|
Achtung bitte Informieren Sie sich vor der Nutzung der angebotenen Links über den Haftungsausschluss
Haftungsausschluss 

 

.